Neue Bücher

Nach Jahren des Nicht-Romanschreibens und nach Monaten des Rückzugs fühle ich mich wie jemand, der so viele Buch-Neuigkeiten gesammelt hat, dass sie teilweise schon wieder aus meinem Rucksack herausfallen. Deshalb dachte ich, ich schütte einfach mal alles hier aus. Ich verspreche, es sind auch ein paar echte Überraschungen dabei, die vielleicht größte kommt zum Schluss.

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TASCHENBUCH ZU DIE GESCHICHTEN IN UNS

Schon im Juli kam das Paperback zum Buch über das Schreiben heraus. Es enthält ein neues Kapitel zum Thema KI in der Kunst und ein paar zusätzliche Schlenker hier und da. Ansonsten macht es sich sehr gut in mediterranen Umgebungen.

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WEIHNACHTSBUCH ÜBER SPRECHENDE BÜCHER

Es fing mit einer kurzen Stelle in Vom Ende der Einsamkeit an, als Jules eine Geschichte über eine Bibliothek schrieb, in der die Bücher nachts heimlich miteinander sprechen. Daraus entstand dann später eine eigene Short Story. Und diese erscheint – noch mal neu überarbeitet und ergänzt – im November als Weihnachtsgeschichte mit Illustrationen: Die Nacht der Bücher.

Ich hatte das Glück, mit dem Illustrator Carlo Stanga auf jemanden zu treffen, der jede noch so abwegige Idee so einfallsreich wie kreativ umsetzen konnte. Denn vor allem in den Bildern geht es diesmal weniger um die Werke und ihre Verfasser:innen, sondern bewusst mehr um die Figuren, die aus den Büchern klettern und Abenteuer erleben, die unbedingt auf Gatsbys Party wollen und in teils absurden Konstellationen aufeinandertreffen. Eine Geschichte neben der Geschichte. Es war ein riesiger Spaß, sich das alles auszudenken, und ich hoffe, so geht es euch auch beim Lesen.

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THEATERSTÜCK

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber nächstes Jahr erscheint eines der ungewöhnlichsten Projekte, an denen ich je beteiligt war. Und auch das, auf das ich mit am stolzesten bin. Mehr dazu demnächst, aber schon mal vorab: Es ist ein Theaterstück, und es wird im Buch sowohl eine kurze Bühnenfassung auf Englisch geben als auch eine längere Lesefassung auf Deutsch. Im Kern geht es um drei Schauspielerinnen, die nach einem missglückten Casting plötzlich den Raum nicht mehr verlassen können, obwohl die Tür doch offensteht … Wieso dies die schönste Zusammenarbeit meines Lebens wurde, das erfahrt ihr bald.

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BECKS LETZTER SOMMER – NEW EDITION

Auch hier halte ich mich noch bedeckt, möchte aber sagen: Es wird von Becks letzter Sommer das gleiche geben wie damals bei Spinner – eine runderneuerte und hoffentlich in jeder Hinsicht stärkere New Edition. Ich sitze mit diebischem Spaß an dieser neuen Version und werde bei späterer Gelegenheit mehr dazu erzählen.

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GEDICHTBAND MIT LIEBESSONETTEN

Okay, das war ein Scherz, wird es von mir nie geben.

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SEQUEL TIME

Eine größere News ist vielleicht noch die: Nach mehr als fünf Jahren Pause und einem Studium schrieb ich Ende letzten Jahres zum ersten Mal wieder an einem Roman. Der mir gleich richtig, richtig um die Ohren flog. Jahrelang hatte ich im Stillen Ideen gesammelt, mir Szenen vorgestellt und Charaktere ausgedacht. Und dann funktionierte davon: rein gar nichts. Diese Schreibkrise wurde irgendwann so schlimm, dass ich auch nicht mehr lesen konnte und nachts weinerliche Mails an meine Lektorin und an meinen Agenten schickte. Von wegen: Eine erste Fassung einfach immer fertig schreiben! oder so. Zum Glück hatte ich kein Klugscheißerbuch mit solchen Tipps geschrieben … Im Ernst: Ich wollte ja, aber der neue Roman ließ mich eben nicht.

Kontext: Es ist die Fortsetzung eines meiner bisherigen Bücher. Ein paar der alten Figuren sollten bleiben, etwa der Held, andere dafür eher in den Hintergrund rücken, um Platz für neue Charaktere zu schaffen. Doch die Welt dieser Geschichte versperrte mir ab irgendeinem Punkt zuverlässig den Weg und spuckte mich aus.

Und so fühlte ich mich nach der ersten Euphorie der Schreibrückkehr exakt wie in dieser legendären Filmszene:

 

Daraufhin gab ich einer Figur aus dem ersten Teil, die diesmal eigentlich nur eine Nebenrolle haben sollte, eine große Szene. Sie überstrahlte sofort alles, als hätte man in einer tristen Gegend einen Flutlichtmast hochgezogen. Also gab ich dieser Figur noch eine weitere Szene, und erneut leuchtete es auf und war da gleich wieder dieses schwebende Gefühl in mir. Irgendwann beschloss ich: Okay, dann gebe ich ihr halt das ganze verdammte Buch – und machte sie zur zweiten Hauptfigur. Und tatsächlich trug sie es, fast mühelos. Auf einmal war ich wieder richtig im Schreiben drin, jubelte, lachte, heulte, erstellte Playlists und tauchte kopfüber ein. Und damit nicht genug, diese bestimmte Figur meldete nun auch noch Ansprüche auf ein eigenes Buch an, in dem sie quasi selbst die Heldin wäre, und das danach auch noch kommen müsse. Ein Befehl. Und wie könnte ich es ihr abschlagen, nachdem sie mich so gerettet hat, also: Deal!

Diese Figur heißt übrigens Kirstie Andretti, und die Fortsetzung ist der zweite Teil von Hard Land. Er spielt diesmal Mitte der Neunzigerjahre und ist mit großem Abstand das Ehrlichste, was ich bisher geschrieben habe. Ich bin inzwischen weit: Der Text steht, es gab auch schon schönes Feedback von den ersten Testleser:innen, jetzt feile ich weiter fleißig an der Sprache und am Verdichten (da sind wir wieder beim Buch ganz oben), was beides allerdings noch eine ganze Weile dauern kann; eher eine Sache von Jahren. Doch eine Playlist, die stark von dieser Geschichte beeinflusst ist und die Stimmung gut wiedergibt, habe ich schon mal online gestellt.

Ich hoffe jedenfalls, euch werden die anstehenden Bücher gefallen und wünsche euch einen schönen Herbst.

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Okay, bei so vielen Projekten – und gerade beim Theaterstück – wurden die Nächte schon mal sehr kurz, aber die doppelte Kaffeedosis half immer. Foto © Diana Steinmetz