“UTO Late” – Neue Kinoreihe mit Talk in Zürich

Ein seltsamer Zustand, draußen der Frühling, im Kopf die Nachrichten und der Krieg.* Ich wollte dieses Frühjahr eigentlich wieder viele Debüts bzw. Neuerscheinungen lesen und vorstellen, doch im Moment komme ich kaum dazu. Zwei besondere habe ich aber geschafft: Zum einen Ende in Sicht von Ronja von Rönne, das ich trotz des schweren Themas Depression beeindruckend leichtfüßig fand, dazu wirklich klug, einfühlsam und oft auch lustig, was auch an den beiden tollen, ungleichen Heldinnen lag. Und zudem las ich Liebe ist gewaltig von Claudia Schumacher, ein Debüt, das mich umgehauen hat wie lange nichts mehr. Auch hier ist das Thema schwer, aber ich habe es selten erlebt, dass jemand für diese Abgründe so präzise, scharfsinnige, erschütternde und zugleich komische Worte gefunden hat, ihre Schreibe ist unglaublich, ein echter Wurf! Der Roman wird am 18. Mai erscheinen.

Und ansonsten kommt hier wie im «Hotel Matze» angedroht etwas, das nichts mit Schreiben zu tun hat: das «UTO Late». Schon vor Jahren gab es die Idee zu einer abgedrehten Kinoreihe mit Talk, dann kam die Pandemie – und so findet die Premiere erst diesen Ostersonntag statt, am 17. April in Zürich im «UTO». Wir werden im ersten Teil besondere Filme zeigen (den Anfang macht «The Room»; der womöglich beste schlechteste Film aller Zeiten, aber es kann auch mal ein Kleinod oder Klassiker sein). Nach einer Pause folgt dann im zweiten Teil ein Gespräch mit Gast/Gästen über Kino und News aus der Welt der Filme, aber auch ein etwas anderes Quiz, an dem das Publikum beteiligt ist … Soweit der Plan, wir sind nervös und wissen selbst nicht, was davon funktionieren wird. Wer Lust hat oder jemand in Zürich kennt, für den das etwas sein könnte: Hier geht es zur Seite.

An meiner Seite ist Christoph Daniel von der Filmfirma DCM (zuletzt «C’mon, C’mon»), mit dem ich schon viele epische Nerd-Diskussionen über Filme führte, bis jemand sagte, wir sollten das unbedingt mal als Podcast machen. Das wollte ich aber nicht, Stichwort: «weniger senden», und so wird auch jetzt nichts aufgezeichnet. Wir nehmen jedenfalls bewusst nichts ernst, außer unsere Liebe zum Film, und man kann währenddessen auch Drinks bestellen, denn das «Uto» hat eine Bar im Saal (das hatte nicht mal das «Metropolis»). Für die zukünftigen Veranstaltungen – geplant ist in etwa einmal im Monat – haben wir tolle Gäste in Aussicht, bei der Premiere werden wir vor allem vieles ausprobieren und sicher auch Fehler machen. Wir hoffen auf einen schönen, späten Abend in einem altehrwürdigen Zürcher Programmkino.**

*Hier finden sich viele Beispiele von Spenden und anderen, oft inspirierenden Aktionen für die Ukraine aus der Buchbranche.

** Inzwischen ist die “etwas” chaotische und episch lange erste Veranstaltung dabei – und wir würden am liebsten direkt zurückgehen und vieles anders machen, denn es gibt noch eine Menge zu lernen für uns. Da das nicht geht, tüfteln wir umso mehr an der nächsten Show, um es dort dann hoffentlich besser zu machen. Diese ist vermutlich im Juni.