Über KI und die Zukunft der Literatur

Vor kurzem erhielt ich wie viele andere Autoren ein Schreiben der VG Wort. Die genauen Hintergünde (und auch, was die VG Wort macht und wieso hier eher die Politik gefordert ist) finden sich in diesem Artikel. Grob gesagt ging es jedenfalls darum, dass ich mein Einverständnis geben sollte, dass meine Bücher offiziell zum Training für KI verwendet und lizensiert werden können.

Dieses Einverständnis habe ich verweigert.

Ich finde, wir Autor:innen müssen uns – genau wie Kulturschaffende aus Film, Malerei oder Musik – entschieden gegen die Nutzung unserer Werke für Künstliche Intelligenz wehren. Besser gemeinsam als allein, und besser heute als morgen. Es geht hier um den Kern unseres Tuns, um unser geistiges Eigentum – und um unsere Existenz.

Zugleich ist der Vorstoß der VG Wort durchaus ehrenwert. Denn mit der Bitte um das Einverständnis zur neuen Vertragsklausel versucht sie, den Copyright-Urhebern und Künstler:innen wenigstens noch ein paar Cents zu verschaffen; im Sinne von: Sonst wird es von den KI-Unternehmen eben einfach so gemacht, auch ohne Zustimmung und Deal, und man kriegt als Autor gar nichts. Zudem werden diese Vorgänge so erst ins Sichtbare geholt und eine wichtige Debatte angestoßen. Genauso wichtig, wie zukünftig transparente Angaben, welche Werke mit Hilfe von KI erschaffen wurden und welche nicht.

Wir sollten die Wahl haben, doch ich selbst möchte auf keinen Fall, dass meine Bücher jemals zum Training von Künstlicher Intelligenz verwendet werden. Und ich würde mich auch jeder Sammelklage anschließen, sollte herauskommen, dass es ohne mein Wissen trotzdem getan wurde. (Update: Meine Texte wurden offenbar illegal verwendet. Auf dieser Seite kann man überprüfen, welche Bücher zu diesem Zweck bereits genutzt wurden, ich habe mich nun einer Sammelklage in Amerika angeschlossen.)

Dieses Thema beschäftigt mich jedoch auch abgesehen davon schon länger. So hatte mir die dpa zum Erscheinen von „Die Geschichten in uns“ Fragen zur Zukunft der Literatur gestellt. Etwa wie sehr Künstliche Intelligenz das Entstehen von Literatur und die Rolle von Autor:innen zukünftig verändern werde, und wo ich die Bedrohungen und Möglichkeiten sehe.

Mein Antworttext ist eine Erklärung, wieso ich selbst niemals (!) Künstliche Intelligenz beim Schreiben verwenden werde. Aber auch, warum ich das Menschliche in der Kunst für unersetzlich halte – und darum kämpfen werde.

Man kommt zum Text hier und beim Klick auf das Bild.